Traditionshandwerk

In vierter Generation führt Walter F. Bettschen ein Säge- und Palettenwerk in Reichenbach im Berner Oberland. Der kleine Ort mit 3.500 Einwohnern liegt im Kandertal, das als eines ‘der schönsten voralpinen Gebiete der Schweiz’ beschrieben wird. Da der traditionsreiche Familienbetrieb nicht nur das Zerteilen, sondern auch das Bauen mit Holz gut beherrscht, wollte wir einmal „etwas Großes“ ausprobieren und entwickelten dieses spannende Projekt in Rundbalkenbauweise.

Entstanden sind dabei zwei große Blockhäuser direkt an der Durchgangsstraße im Kandertal: eine Viehmarkthalle mit angegliedertem Mehrzweckbau und daneben ein Restaurant, das ‘Stock’s’ heißt. Dieser englische Begriff steht für Vieh, Lager, Börse und Wurzelstock – oder eben für ein Steakhouse, in dem man die Produkte des heimischen Viehmarktes frisch zubereitet serviert bekommt. Damit niemand die Anlage verfehlt, steht als Aushängeschild ein überdimensionaler hölzerner Bulle vor dem Komplex. Der Bildhauer Bernhard Bettschen schuf die Skulptur aus massivem Lärchenholz.

 

Urviecher & ‘Way of life’ 

Ein bis zweimal pro Monat bringen Bauern, auch von weiter her, ihre Rinder in die neue Markthalle. Von dort werden die Tiere einzeln durch den achteckigen, drei Stockwerke hohen Blockbau der ‘Kander-Arena’, geführt, in der die Versteigerungen stattfinden. Danach hat jeder die freie Wahl, im Steakhouse eine anständige Mahlzeit zu genießen oder hier an der Bar bei einer Stange ‘Rugenbräu’ Kontakte zu pflegen.

Dass es hier nicht nur um Geschäfte geht, sondern auch um Freundschaften und Hobbys, davon erzählen auch die Trophäen wie die eines Bissons, welcher vor der Galerie prangt.

 

Das Sägewerk Bettschen

1850 Gründung durch David Bettschen, kleine Sägemühle am Bach.

Wird durch Sohn Jakob Bettschen weitergeführt.

Dank seinem Sohn Walter Bettschen (1922-2009) entwickelte sich die kleine Sagi zu einem führenden Holzverarbeitungsbetrieb der Schweiz.

Nach und nach übernimmt Sohn Walter F. Bettschen (Jg 57)in 4. Generation die Geschäftsleitung.

1994 wird die Kander Paletten AG von der Sägewerk Bettschen AG übernommen, es werden 60 Personen beschäftigt.

2005 wird der Betrieb durch ein gewaltiges Unwetter zu grossen Teilen zerstört.
Der Wiederaufbau bringt neue Produktionen mit sich, das Angebot wird erweitert. Es wird Solarstrom produziert, im Angebot gibt es aus Sonnenenergie produzierte Holzschnitzel.

2009 nach Ausbildung zum Kaufmann tritt Lukas W. Bettschen (Jg 89) in 5. Generation in den Betrieb ein.

2010 unter den Solardächern werden Rundholzhäuser gefertigt.